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8:30 – 11:45

Registration ab 7:45

Careum Auditorium, Zürich

die ATELIERS

Jedes der sieben Ateliers ist auf eine Dauer von 90 Minuten ausgelegt und wird am Vormittag zweimal durchgeführt. Dadurch ermöglichen wir es den Teilnehmenden, während des Vormittags gleich ZWEI verschiedene Ateliers zu besuchen

Bitte beachten: Bei der Anmeldung auf ticketino.com werden Sie nach den Nummern Ihrer zwei gewünschten Ateliers sowie einer Alternativ-Option gefragt.

ATELIER 1

Neurodivergenz verstehen: ADHS und ASS erkennen und einordnen

Dipl.-Psych. Birgit Hohnecker, Klinische Neuropsychologin FSP, Forel Klinik

Inhalt

In diesem Atelier werden neurodivergente Besonderheiten und deren Auswirkungen auf den Alltag thematisiert. Beleuchtet werden verschiedene Erscheinungsformen, typische Herausforderungen sowie der Zusammenhang zwischen Neurodivergenz und Suchterkrankungen. Dabei stehen mögliche Wechselwirkungen, Kompensationsstrategien und erhöhte Vulnerabilitäten im Fokus. Die Teilnehmenden erhalten Einblicke in diagnostische Verfahren, Beobachtungskriterien und praxisnahe Fallbeispiele. Zudem wird der Frage nachgegangen, ob eine Abklärung möglicher Neurodiversität im Rahmen einer Suchtbehandlung sinnvoll und zielführend sein kann. Austausch und Reflexion sind ausdrücklich erwünscht.


ATELIER 2

Neurodiversität und Selbstakzeptanz

Chantal Verdun, Psychotherapeutin FSP, Leitende Psychologin Tagesklinik Im Hasel; Anastasia De Wolff, Genesungsbegleiterin in Ausbildung; Pascal Tanner, Präsident des Vereins Hakuna Matata und Gründer einer Autismus-Selbsthilfegruppe

Inhalt

Neurodiverse Menschen befinden sich oft in einem Spannungsfeld zwischen Authentizität und Anpassung. Der Eindruck, „falsch“ zu sein, kann Selbstzweifel nähren und Sucht als vermeintlichen Ausweg erscheinen lassen. In einem fachlichen Vortrag werden solche Zusammenhänge erörtert und Betroffene bringen ihre Sichtweisen ein. Im Kleingruppenaustausch werden passende Behandlungsansätze und hilfreiche Haltungen erarbeitet.


ATELIER 3

Fetale Alkohol-Spektrumstörung – wie weiter?

Roger Mäder, Sozialarbeiter FH, Trainer Motivational Interviewing, Vereinspräsident FASD Schweiz; Melissa Baumann, Blaues Kreuz BE-SO-FR, Projektverantwortliche Anlaufstelle FASD-TSAF Biel/Bienne

Inhalt

Die Fetale Alkohol-Spektrumstörung (FASD: Fetal Alcohol Spectrum Disorder) ist ein Schirmbegriff für eine Reihe von angeborenen, lebenslangen und irreparablen Schädigungen, die durch Alkoholkonsum der Mutter in der Schwangerschaft entstehen können. Da eine eindeutige medizinische Diagnostik für Erwachsene erschwert ist, werden Defizite häufig als Verhaltensstörung fehlinterpretiert. Dies führt zu unrealistischen Erwartungen. Ein wirksamer Umgang erfordert den Abschied von Standardlösungen: Nur durch strukturierte Umweltanpassung und das Wissen um organische Grenzen lässt sich der Teufelskreis aus Überforderung und Frustration durchbrechen. 


ATELIER 4

Arbeitsplatzgestaltung bei Neurodivergenz

Prof. Dr. Frank Wieber, Professor für Public Health an der ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften); Dr. Clara Weber, CPsychol, Dozentin für angewandte Umwelt- und Architekturpsychologie an der ZHAW

Inhalt

Das Neurodivergenz-Konzept (z.B. ADHS, Autismus) lenkt den Blick auf die Passung zwischen Person und Umwelt. Das bietet Chancen für die Arbeitsgestaltung, z.B. mit reizreduzierten Arbeitsumgebungen, flexiblen Arbeitszeiten oder klaren, strukturierten Kommunikationsformen. In diesem Atelier betrachten wir konzeptuelle Grundlagen, praxisnahe Beispiele und erarbeiten, wie die Teilnehmenden in ihrer Arbeit konkrete Impulse geben können. 


ATELIER 5

Autismus im Alltag von Sucht und Leben

MSc. Matthias Huber, Psychologe, Fachberater Autismus

Inhalt

Im Workshop geht es um konkrete Einblicke ins Wahrnehmen, Denken und Handeln von Erwachsenen mit Autismus. Anhand praktischer Beispiele werden Unterschiede in der sozialen Wahrnehmungsverarbeitung und die spezielle Art des autistischen Denkens und mögliche Konsequenzen diskutiert. Wir überlegen gemeinsam, welche Vorgehensweisen in der Suchtbehandlung nützlich sein können. Patentrezepte gibt es nicht, doch individuelle Möglichkeiten, wenn unser aller Denken und Wahrnehmen mitberücksichtigt werden muss.


ATELIER 6

Behandlung von ADHS bei Suchterkrankung aus neuropsychiatrischer Sicht

Dr. med. Christine Fischer und Dr. med. Antonia Bordoni, Leitende Ärztinnen der Klinik Südhang

Inhalt

Wie lassen sich ADHS-Symptome von Substanzwirkung, Entzug oder somatischen Ursachen unterscheiden? Im Atelier werden strukturierte Beobachtungsparameter erarbeitet, somatische Differenzialdiagnosen beleuchtet sowie evidenzbasierte medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten diskutiert. Zudem wird aufgezeigt, wie eine leitliniengerechte ADHS-Behandlung den Verlauf von Suchterkrankungen positiv beeinflussen kann.


ATELIER 7

ADHS-Patient*innen im Klinikalltag: Bedürfnisse erkennen, Versorgung anpassen

Rita Bühler, ADHS-Coach, dipl. Pflegefachfrau HF, Klinik Südhang; Ina Jacoby, Ergotherapeutin, Forel Klinik

Inhalt

Wie können wir neurodivergenten Patient*innen im Klinikalltag besser gerecht werden? Das Atelier thematisiert diagnostische Sensibilität, typische Herausforderungen in psychiatrischen und suchttherapeutischen Settings sowie konkrete Möglichkeiten zur Anpassung von Behandlungskonzepten. Dabei werden sowohl die Perspektive der Behandelnden als auch Erfahrungen und Vorschläge von Patient*innen mit entsprechender Diagnose berücksichtigt.

12:00 – 13:00

mittagspause

stehlunch, networking

Die Teilnehmenden der Ateliers im Bildungszentrum Careum 1 und 2 sind zum Stehlunch im Auditorium Careum eingeladen. Auch Teilnehmende, die erst zum Nachmittagsprogramm eintreffen, haben dort die Möglichkeit, sich zu verpflegen. 

Unsere Sponsoren vor Ort freuen sich über Gelegenheiten zum Austausch.

Supporter

   

13:00 – 16:00

referate

Teilhabe neu denken

Am Nachmittag rücken ausgewiesene Fachpersonen das Thema in einen erweiterten Kontext: Philosophische und gesellschaftliche Perspektiven auf Neurodiversität treffen auf klinische Erfahrungen aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie auf neue Ansätze im Umgang mit ADHS im Alltag.

Zum Abschluss laden wir zu einer Diskussionsrunde ein, in der wir mit unseren Gästen darüber sprechen, was Menschen mit Neurodivergenz für eine bessere Teilhabe und Versorgung brauchen, welche Angebote heute bereits bestehen, wo noch Lücken vorhanden sind und wie Neurodiversität zwischen gesellschaftlicher Vielfalt und klinischer Diagnose verstanden werden kann.

Autism, ADHD, Hyperfocus and Addiction

Pete Wharmby

Preisgekrönter internationaler Bestsellerautor, Referent, Trainer und engagierte Stimme für Neurodiversität

Inhalt

Autism and ADHD can feature hyperfocus on certain topics and activities, in part due to the monotropic nature of our brains. In this speech, internationally recognised neurodiversity communicator Pete Wharmby will explore how this natural feature of autism and ADHD can intertwine with the issue of addiction. Pete will provide insight into the big question: are neurodivergent people more vulnerable to certain addictions, and if so why?


Neurodiversität und Autismus: Zwei Seiten einer Medaille? 

PD Dr. med. Evelyn Herbrecht

Chefärztin, Stv. Ärztliche Direktorin Clienia Littenheid; Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

Inhalt

Das Referat setzt sich mit dem in den letzten Jahrzehnten erfolgten Wandel in der Konzeptualisierung von Autismus-Spektrum-Störungen auseinander und diskutiert kritisch die Übergänge zum Nicht-Spektrum im Zusammenhang mit dem Konzept der Neurodiversität.


Sucht und ADHS bei Frauen – wie Hormone und zyklische Veränderungen Symptomatik und Behandlung beeinflussen

Tiffany Jacob

Eidg. Anerkannte Psychotherapeutin, stellvertretende Chefpsychologin AMEOS Seeklinikum, zertifizierte Zyklusmentorin

Inhalt

Frauen und Männer unterscheiden sich in Häufigkeit, Ausprägung und Wahrnehmung psychischer Erkrankungen teils deutlich. Suchterkrankungen werden bei Männern häufiger diagnostiziert als bei Frauen. Ähnlich verhält es sich bei ADHS und Autismus-Spektrum-Störungen, wobei es deutliche Hinweise darauf gibt, dass Mädchen und Frauen aufgrund einer unterschiedlichen Symptomatik häufiger unterdiagnostiziert werden. Die hormonelle Situation von Mädchen und Frauen im Lebensverlauf hat zudem signifikante Auswirkungen auf die Ausprägung der Symptomatik und damit auf das Wohlbefinden der Betroffenen. Neben den Hintergründen und Zusammenhängen von Hormonen, zyklischen Veränderungen, ADHS und Suchtproblematiken bei Frauen werden in diesem Beitrag Implikationen für Diagnostik und Behandlung vorgestellt. Zudem wird aufgezeigt, warum eine geschlechtersensible Psychotherapie wichtig ist.


16:15 – 17:15

Podium

„Was brauchen betroffene Menschen für bessere Teilhabe und Versorgung?“

Eine Diskussionsrunde zum Abschluss der Tagung mit

  • Pascal Tanner, Präsident des Vereins Hakuna Matata und Gründer einer Autismus-Selbsthilfegruppe
  • PD Dr. med. Evelyn Herbrecht, Chefärztin, Stv. Ärztliche Direktorin Clienia Littenheid
  • Susanne Spalinger, Co-Geschäftsleiterin der ADHS-Organisation Elpos Schweiz
  • Roger Mäder, Sozialarbeiter FH, Trainer Motivational Interviewing, Vereinspräsident FASD Schweiz
  • Prof. Dr. Frank Wieber, Professor für Public Health an der ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften)

Diskussionsleitung: Karin Frei